Audio­visuelle Gestaltung

Audiovisuelle Gestaltung
Semester 3, 2021

Abstrakte Musikvisualisierung: Sail by Ultimate Tribute Stars
mit Stamatia Galanis, Mariam Küchler und Saskia Oschwald

Es ist schon eine Weile her, dass das unoffizielle Musikvideo zu "Sail" von der US-amerikanischen Band Awolnation viral gegangen ist. Es ist Zeit, sich von Wasser­schlauch­assoziationen zu trennen und sich mit dem wahren Wesen des Songs zu befassen! Wir analysierten einen Ausschnitt des Songs systematisch und versuchten, jedem Instrument eine schlüssige geometrische Grundform zuzuteilen. Im Laufe des Semesters entstanden also aus Tönen visuelle Formen, denen wir in unserem abstrakten Musikvideo eine Bühne geben.

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Prozess

Auch Teil des Projekts ist eine ausführliche Dokumentation des Prozesses in Printform. In diesem Slider wird mit ihrer Hilfe erklärt, wie unser Video entstanden ist.

Unser Motto: black is our happy color. Für Dokumentation und Video verzichteten wir komplett auf Farbe. Wer den Song kennt, der weiß auch, dass knallbunte Farben hier Fehlanzeige wären.
Zu Beginn des Projekts standen mehrere Musikstücke zur Auswahl. Schließlich fiel die Wahl auf den bekannten Song "Sail" von Awolnation. Der Track dominiert durch eine düstere, monumentale Umgebung. Da auf der originalen Version in unserem ausgewählten Abschnitt eine Stimme zu hören ist, wurde ein instrumentales Cover der Ultimate Tribute Stars gewählt.
Anschließend wurde das Musikstück umfassend analysiert. Beispielsweise wurden mit diesem semantischen Differential die Assoziationen der vier Teammitglieder verglichen.
Jedes einzelne Instrument wurde herausgehört und notiert. Für ein Team aus totalen Musiklaien war das zwar keine leichte, aber eine notwendige Aufgabe, um den Instrumenten später eine schlüssige grafische Form geben zu können.

In der nächsten Prozessphase experimentierten wir in Adobe After Effects viel mit verschiedensten Formen und Farben, um herauszufinden, welche das jeweilige Instrument am besten repräsentieren.
Der Synthesizer beispielsweise ist nur als leises Fiepsen im Hintergrund des Songs zu vernehmen. Daher wird er hier als dünne Linie dargestellt.

Danach musste ein Gesamtkonzept gefunden werden. Auf welcher Bühne sollen sich unsere Charaktere bewegen?
Wir einigten uns auf ein Raster. Die meisten Instrumente, wie das Schlagzeug, sind im Raster "gefangen" und bestehen aus einzelnen Linien des Rasters. Lediglich der Protagonist des Videos, die Hauptmelodie, befindet sich außerhalb. Dennoch ist auch er zunächst gezwungen, sich an der Rasterlinien entlang zu bewegen. Im Laufe des Videos löst er durch seine Aktivität das Raster auf und gelangt schlussendlich in Freiheit.
Aus den Formexperimenten der vorherigen Prozessphase wurde für jedes Instrument das passendste gewählt und finalisiert. Weiter unten auf der Seite ist eine Aufschlüsselung zu finden, die zeigt, welche Form welches Instrument visualisiert.
Unzählige Stunden später war das finale Video fertig. Dieser QR-Code führt zum Youtubevideo der Visualisierung. Aber keine Sorge, weiter unten auf der Website wird das Ergebnis natürlich auch gezeigt.
Zusätzlich zu Video und begleitender Dokumentation gestalteten wir ein Plakat. Es lädt zu einer fiktiven Vorstellung der Visualisierung ein und greift Design-Elemente des Videos auf,...

Design: Mariam Küchler
...genauso wie das Coverdesign der Dokumentation. Vorderseite und Rückseite ergeben zusammen ein schlüssiges Bild und zeigen den Moment des Ausbruchs unseres Hauptcharakters. Auch ein schlichter Buchrücken ist Teil der Covergestaltung.

Design: Antonia Götz
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Codierung der Instrumente

Alle Instrumente sind Teil des Rasters, außer die Hauptmelodie. Sie wird als weißer Ball bzw. Konturball repräsentiert und befindet sich vor dem Gitter, muss sich anfangs aber noch an ihm entlang bewegen. Hellere und leisere Instrumente (Synthesizer, Hi-Hat) belegen obere Linien im Raster. Der tiefe Bass belegt stattdessen gleich drei Linien am unteren Rasterrand. Alle Instrumente verändern mit der Tonhöhe auch ihre Position. Der dominante Distorted Bass und die Crash Cymbal erschüttern das gesamte Raster. Später im Video wird es Stück für Stück aufgelöst, woraufhin der Protagonist in Freiheit gelangt.

Videovisualisierung

Besonders charakteristisch für die instrumentale Version ist auch der Break nach dem ersten Drittel des Videos. Statt der Stimme im Refrain tritt hier nämlich ein Vierteltakt Stille. Um dem Break noch mehr Relevanz zu geben, verlängerten wir ihn um einen weiteren Vierteltakt.

Hier ist endlich das finale Ergebnis!